Dieses Tier in mir



Ich sitze mit meinem Laptop vor meinem Fenster und lausche den Regentropfen während sie auf das Hausdach fallen oder die Fensterscheibe hinunterrollen. Es breitet sich langsam eine dunkle Stimmung in mir aus...eine Laune die ich nicht wirklich mag, die aber trotzdem immer wieder mal aus mir herauskriecht wie ein Tier, das sich in mir versteckt hat und sich jetzt zeigt.
Dann wird es schwarz.



Nicht, weil ich ohnmächtig werde, sondern weil das Tier von mir Besitz ergreift. Es regnet oder gewittert in mir, die Laune ist im Keller und jeder der etwas zu mir sagt, wird angemotzt. An solchen Tagen sollte man mich mit dem Gewitter in mir allein lassen, den Kampf mit der dunklen Seite, dem Tier in mir, austragen lassen.

Jeder beschwert sich über Stimmungsschwankungen, mich eingeschlossen, aber sobald man selber Opfer dieses „Befalls“ ist, weiß man wie blöd das ist. Man will allein sein, seine Ruhe haben- sich verkriechen und erst wieder rauskommen, wenn die Sonne im Herzen wieder scheint und das Tier vertrieben ist.

An solchen Tagen brauche ich nur mein kuscheliges Bett, Musik und ein Buch. Das einzige Problem an der Sache: Ich gehe auf ein Ganztagesgymnasium. Da ist nichts von wegen mittags nach Hause fahren und sich dann verkrümeln, nee da fährst du um vier Uhr nachmittags mit dem Bus eine Stunde lang, bis du dich endlich verkriechen kannst.
Man gewöhnt sich zwar daran, aber es gibt Tage an denen mir keiner etwas recht machen kann, egal wie freundlich und zuvorkommend alle sind, ich bin schlecht gelaunt und motze. Rege mich über Lehrer auf, meckere über das Essen in der Mensa oder über einen lieb gemeinten Kommentar.


Mein Tier in mir macht mich komischerweise auch total kreativ. Da kommen mir die besten Ideen für Geburtstagsgeschenke, neue Fotolocations oder Einfälle für einen neuen Text.
Ja, sie ist da, jeder kennt sie-diese Seite mit dem Gewitter und Regen.
Aber wenn man sie akzeptiert und ihre Vorteile zu nutzen lernt, dann ist sie plötzlich nicht mehr schlimm. Ich schreibe mir an solchen Tagen all meine Einfälle auf, damit ich sie nicht wieder vergesse, sobald ich wieder normal ansprechbar bin.
An einem solchen Tag entstand auch die Idee für diese Bilder. Nicht besonders ausgereift oder technisch hochwertig, aber sie beschreiben den Gemütszustand ziemlich treffend finde ich.

 

Was ich damit sagen möchte?

Ich wollte euch etwas über mich erzählen, ich wollte euch zeigen, dass es Zeiten gibt in denen jeder sein Tier zu sehen und zu spüren kriegt.
Und, dass man dieses Tier, diese dunkle Stimmung sehr kreativ nutzen kann, wenn man möchte.
Wenn nicht, dann gibt es immer noch die gute alte Methode „Bett, Essen, Film/Buch“...und die kann auch Wunder bewirken.


Liebe Grüße, Franzi

Kommentare

  1. Hey,
    schönen Blog hast du! Ich mag vor allem deine Art zu schreiben! :)
    Und das "Tier", wie du es nennst, kennt doch jeder, oder? Ich bin dann leider nie kreativ, sondern liege auf meinem Bett rum und mache nichts :D
    Liebe Grüße,
    Malika
    alislittleworld.blogspot.de

    PS: Ich habe eine Frage: Ist dein Blogname angelehnt an "odernichtoderdoch"? Das ist keine böse gemeinte Frage oder Kritik, mich interessiert es nur! :)

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    1. Vielen lieben Dank :$
      Nein, eigentlich nicht. Mir ist es auch erst im Nachhinein aufgefallen, dass der Name im Prinzip der gleiche ist, aber es war nicht absichtlich oder Nachmacherei Joana gegenüber :)

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