Into the wild


Allein in Alaska, mitten im Winter- in einem Wohnwagen. Geflüchtet aus der Gesellschaft, enttäuscht von der Menschheit, die Freiheit suchend.
Der Film „Into the wild“, vielleicht kennen ihn einige, erzählt eine Geschichte auf einer wahren Basis. Ein junger Mann flüchtet nach seinem Schulabschluss aus der Gesellschaft, versucht so gegen ihre Fehler und Missetaten zu protestieren, er sucht sein persönliches Glück- die ultimative Freiheit.

Doch welche Fehler begeht die heutige Gesellschaft? Ist sie nicht dazu da, um Menschen zu helfen- sie mit Regeln und Pflichten, aber auch Freiheiten zu einem geordneten Leben zu führen?
Man unterstützt sich doch gegenseitig, es beginnt bereits im Kleinen. Wenn man dem Nachbarn hilft die Obstbäume zu zuschneiden oder den Rasenmäher ausleiht. Oder wenn die Reichen mehr Steuern zahlen müssen, als Menschen, die sich gerade so über Wasser halten können und ihnen so die Sozialleistungen finanzieren.
Man ist umgeben von Menschen, seien es Familie oder Freunde, Bekannte, Mitmenschen. Jeder braucht jemanden mit dem er über Probleme, über Sorgen und Nöte sprechen kann. Auch Alex musste das am Ende seiner Reise nach Alaska feststellen- er war unglücklich, weil er niemanden hatte, mit dem er seine Erfahrungen teilen konnte, weil er allein und verlassen in seinem Wohnwagen saß.

Aber unsere Gesellschaft, unsere Umgebung und die Zivilisation wird von Oberflächlichkeit geleitet. Jeder wird auf sein Aussehen und seine Leistungen reduziert, wer nicht mithalten kann wird gnadenlos aussortiert. In trostlose, graue Altenheime gesteckt, dazu verdammt dort auf den Tod zu warten- abgeschoben von der eigenen Familie. Hier scheitert doch definitiv das Prinzip der gegenseitigen Hilfe, oder?
Auch die Medien und der technische Fortschritt tragen nur teilweise positiv ihren Teil zur Gesellschaft bei. Freilich erleichtern sie uns unsere Arbeit und den Alltag ungemein, aber sie gefährden doch auch unsere Selbstständigkeit. Was haben unsere Vorfahren gekämpft um mündig zu werden, um sich vom Aberglauben und der Herrschaft der Kirche loszusagen. Doch die Medien und der Fortschritt tragen uns Stück für Stück wieder zurück in die Unmündigkeit.
In den Nachrichten werden uns vorgefertigte Meinungen in Berichten präsentiert, die der größte Teil der Menschheit einfach schluckt, ohne sich selbst Gedanken darüber zu machen oder sich eine eigene Meinung über ein Thema zu bilden, denn: das Denken ist heutzutage wieder viel zu anstrengend geworden.
Versteht mich nicht falsch, ich bewundere den Fortschritt, den wir tagtäglich machen und ich möchte später auch in diesem Feld arbeiten, aber ich finde es nicht richtig, wenn wir mehr oder weniger schon zum Denken zu faul werden, zu faul, um uns aus verschiedenen Meinungen ein eigenes Bild zu machen- denn schwer oder anstrengend ist das nun wirklich nicht.

Alexander Supertramp ist vor genau dieser oberflächlichen, manipulativen Gesellschaft geflüchtet. Er wollte ohne ihre Lügen und scheinbare Hilfe glücklich werden- musste aber zum Schluss feststellen, dass man  die Menschen und die, von ihnen gegebene, Geborgenheit braucht, um glücklich zu werden.

Der Film regt unheimlich zum Nachdenken an.
Was funktioniert nicht? Was muss man verbessern, ausbauen? Wäre ich selbst dazu bereit, der Zivilisation den Rücken zu kehren und vielleicht, wie Alex leichtsinnig, ohne einen Plan zu haben, nach Alaska zu trampen und dort allein in der Wildnis zu leben? Später in meinem selbstgewählten Exil zu sterben? Abgemagert, ohne Familie und Freunde, ohne mein Glück gefunden zu haben?

Auch unsere Generation wird einmal das Sagen haben, als Bürger und Wähler, als Politiker oder Ähnliches. Unsere Aufgabe wird es sein, sollte es zumindest, jedem Menschen ein glückliches Leben, oder wenigstens die Grundlagen dafür, zu ermöglichen. Jedem Mensch einen Platz in der Gesellschaft zu bieten, mit der er sich identifizieren kann und in der er leben möchte.

Liebe Grüße, Franzi

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